Über uns

AG feministische Makro- und Mesoökonomie

Mascha Madörin, Käthe Knittler, Silke Chorus, Christine Rudolf, Tove Soiland, Bettina Haidinger (ausführliche Biographien finden Sie hier)

Wir sind eine Gruppe feministischer Ökonominnen. Unser Anliegen ist es, die Care-Ökonomie (die Sorge- und Versorgungswirtschaft, im engl. häufig als social provisioning) von Anfang an als wesentlichen Bestandteil des Makroökonomischen sichtbar zu machen, ihre ökonomische Funktionsweise zu analysieren sowie makroökonomische Dynamiken in ihren Auswirkungen auf die Care-Ökonomie zu hinterfragen. Wir konzentrieren uns auf die Makroökonomie der Care-Ökonomie und die Makroökonomie inklusive der Care-Ökonomie, weil es erstens in diesem Bereich der fem. Ökonomie noch relativ wenig Wissen gibt, und u.E. zentrale Krisentendenzen sowohl in der Ökonomie als auch in der Care-Ökonomie ohne eine Makroökonomische Analyse in ihrer Logik nicht hinreichend verstanden werden können.  Unsere Arbeit möchte in erster Linie neue Erkenntnisse für die fem. Makroökonomie liefern, letzen Endes soll sie natürlich dazu beitragen, dass die Sorge um sich selbst und  die für andere Menschen unter fairen und guten Bedingungen stattfinden kann.

Woran wir arbeiten:

Wir verstehen Makroökonomie als einen wichtigen wirtschaftstheoretischen Teil der Politischen Ökonomie und damit der Gesellschaftstheorie. Wir befassen uns mit verschiedenen, möglichen Ansätzen wie Care-Ökonomie (hier: Sorge- und Versorgungswirtschaft in ihren bezahlten und unbezahlten Formen) als Teil makroökonomischer Zusammenhänge gedacht werden kann. Wir befassen uns auch mit neueren Entwicklungen heterodoxer Theorien. Am Beginn unserer Arbeit stand die Auseinandersetzung mit dem Thema Austerität und der zukünftigen Finanzierung der Care Ökonomie (als Erweiterung des Themas Gender Budgeting, aber auch als Beitrag der Diskussionen über die Eurokrise) sowie die Auseinandersetzung mit der Entwicklungsgeschichte und den aktuellen Herausforderungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). Weitere wirtschaftstheoretische Fragen, die uns beschäftigen, betreffen die aktuellen kontroversen Debatten über die Stagnation der Wirtschaft (u.a. Produktivitätsfrage, technische Entwicklung und Zukunft der Care Ökonomie, öffentliche Finanzen), neuere postkeynesianische und –marxistische Geldtheorien und Analysen des geldgesteuerten Wirtschaftens. Diese Auseinandersetzung zu neueren theoretischen Entwicklungen in Sachen Makroökonomie führen wir im Hinblick auf die politische Ökonomie von Care, deren zukünftigen Finanzierung und wirtschaftspolitische Steuerung. Mit welchen wirtschaftstheoretischen und makroökonomischen Themen wir genauer diskutieren wollen, entscheiden wir von Treffen zu Treffen. Auf jeden Fall stossen wir immer wieder auf neue Fragen.

Unsere Arbeitsweise:

Wir treffen uns 3-4x pro Jahr (voraussichtlich hauptsächlich in Berlin); wir haben uns bisher fünf Mal getroffen und haben vor allem über die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, öffentliche Finanzen, makroökonomische Aspekte der Geld- und Finanzpolitik, Produktivität und die aktuelle Debatte der Stagnation diskutiert.

Berlin, März 2017